Samstag, August 12, 2006

Whitewater Rescue Technician Lehrgang am 29.+30.07.2006

Am 28.07.06 fuhren Matthias, Carmen und ich nach Landeck, um am WRT Lehrgang des Rescue 3 International teilzunehmen. Carmen haben wir in Landeck direkt getroffen, da sie mit dem Zug von zuhause aus direkt angefahren war.
Angekommen, hatten wir erstmal keine Lust, im Regen ein Zelt aufzustellen, so dass wir nach vergeblicher Suche nach einer günstigen Pension, im Auto geschlafen haben. Es war gar nicht mal sooo unbequem, so dass wir am nächsten Morgen um 7:00 Uhr ausgeruht aufstehen konnten.
Es gab zur Stärkung ein Frühstück beim angrenzenden Bäcker, und wir fuhren (über kleineren Umwegen) zum ersten Teil unseres Lehrgangs in ein Unterrichtsraum. Der Vormittag war der Theorie gewidmet.
Klingt langweilig, war es aber keinesfalls. Mit anschaulichem Film- und Bildmaterial und einem guten Vortrag, brachte uns Neil Newton Taylor alles Wichtige über das Retten und alles was so aussen herum passiert bei. Unsere Fragen wurden ebenfalls fachmännisch beantwortet, und wir bekamen ein Skript mit allen wesentlichen Punkten als Merkhilfe an die Hand. Ich glaube jeder von uns erfuhr etwas, was er noch nicht wusste, und wichtige Details, die man vielleicht schon kannte, wurden wieder in Erinnerung gerufen.
Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann ab ans (besser gesagt: ins) Wasser. Hier übten wir dann defensives und aggressives Wildwasserschwimmen, einfache und erweiterte Wurfsacktechniken, und Strömungsüberquerung. Stehts gab es wichtige Tips zur praktischen Anwendung der verschiedenen Lektionen.
Obwohl das Wetter nicht unbedingt auf unserer Seite war, und das Wasser dieses kalten Gebirgsbaches echt zum schlottern einlud, haben wir und die vier anderen Teilnehmer viel theoretisches und praktisches Wissen mitnehmen können.
Am Abend saßen wir dann zusammen und nahmen die Lieblingsmahlzeit der Pingupaddler zu uns: Pizza. Wie erwartet halfen Matthias und ich dann, als Carmens letzte zwei Stücke Pizza schwer auf dem Teller lagen. Wir versuchten dann noch ein traditionelles Zitronensorbet (Zitroneneis mit Wodka) aufzutreiben, was mangels Zitroneneis fehlschlug. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, also erfanden wir ein neues Getränk: Vanilleeis mit Rum. Sehr lecker. (Kids, don't try this at home :-) ).
Gut genährt und erquikt legten wir uns dann in unserer neuorganisierten Unterkunft schlafen. Es regnete nämlich immer noch, so dass wir dann vom Campingwart einen alten abgestellten Wohnwagen zur Verfügung gestellt bekamen. Sehr nett. Kein Zelt aufbauen :-)
Am nächsten morgen wachten wir dann auf, holten an der Tankstelle ein unwürdiges Frühstück und Proviant für den restlichen Tag und fuhren dann zum verabredeten Treffpunkt am Fluss. Heute ging es nämlich mit dem Boot zu den Übungstellen.
Auf dem Programm standen heute: Seiltechniken (Knoten, Flaschenzüge und Ankerpunkte), Flussüberquerung (mit Absicherung), Teamwork, Strainerschwimmen (Strainer= Hindernis im Wasser, durch den die Strömung durchgeht, ein Boot oder Paddler aber nicht, wie z.B. ein Baum), Bootsbergung, die Rettung aus einer Verklemmungssituation, Abschleppen von Booten und Schwimmer und Erste Hilfe am Ufer. Wir lernten also vorher das "Wie", und mussten dieses Wissen dann in Eigenregie und Teamwork praktisch umsetzen. Eine sehr interessante Erfahrung.
Nach dem Umziehen trafen wir uns dann in einem Café wieder, wo wir einen Wissenstest ablegten, und nach erfolgreichem Bestehen eine Urkunde, Aufnäher und einen Ausweis bekamen, der uns als ausgebildete Whitewater Rescue Technicians auswies.
Abschliessend möchte ich jedem diesen Kurs empfehlen. Beim Paddeln ist man auf das Wissen der Gruppe mit der man paddelt angewiesen. Wenn niemand weiss, mit Rettungsszenarien umzugehen, können sehr schnell die Retter zum Opfer werden. Es gibt ausserdem auch viele hartnäckige Fehlannahmen, die sich über die Jahre verfestigt haben. Man lernt hier ausserdem auch internationale Standards kennen, die von den meisten Rettungsmannschaften verwendet werden, man spricht also eine gemeinsame Sprache.
Schaut auch mal bei den Bildern vorbei: www.pingupaddler.com