Spektakuläre Rettungen und gemütliche Feuer in Wildalpen---------------------23.8-27.8
Am Mittwoch dem 23.August ging es, verteilt auf Sams Auto und den Vereinsbus, los nach Wildalpen. Matias konnte leider wegen einem Bänderriss nicht mit und so waren es nur 13
Paddler, die auf dem Campingplatz ihre Zelte aufschlugen. Am ersten Tag nahmen wir uns die Salza vor, wobei gleich 10 Metern nach dem Einstieg das erste Boot an einem Stein kenterte. Doch das sollte an diesem Tag kein Einzelfall bleiben: Bettina fand heraus, dass man einen Master nicht als U-Boot verwenden kann, Thalita merkte, dass Walzen ganz schön wild sein können und Timm musste einsehen, dass es nicht reichte die Rolle nur „theoretisch“ zu können.In der Mittagspause brachte uns Sam, der vor kurzem mit Carmen und Matias einen Whitewater Rescue Technician Lehrgang (Sicherheitslehrgang) besucht hatte, Kehrwasserschwimmen bei, wobei wir Mädchen erst ins Wasser gingen, als Viktor uns mit einer riesigen Heuschrecke in der Hand jagte.Das Überleben des ersten Tages wurde mit Steaks gefeiert. Nachdem sich jeder (sogar Sam, Flo und Bernhard) satt gegessen hatte, machten es sich alle um ein Lagerfeuer gemütlich, um laut und falsch zu Viktors und Nils Gitarrenmusik zu singen.
Der nächste Tag war wieder der Salza gewidmet, doch diesmal wollten wir sie als eine Gruppe bezwingen, da Carmen wegen starker Schulterschmerzen nicht paddeln konnte. Geplant war bis zum Anfang der Schlucht zu fahren, was wir alle auch ohne große Probleme und nur einen Schwimmer schafften, doch als wir schon nach kurzer Zeit den Zielort erreichten, wurde beschlossen erst hinter der Schlucht auszusteigen. Eine kleine Rast gönnten wir uns aber. Während die Müsliriegel einer nach dem anderen in den Mündern verschwanden kam wieder einmal das Thema Rettung auf. Flo hatte sich von Carmen eine zusammengeknotete Bandschlinge basteln lassen, mit der man laut Sams und Carmens neuer Erkenntnis Boote leichter retten konnte. Bisher hatte er dies allerdings noch nicht testen können und fragte deshalb Bettina, ob sie nicht Lust habe heute noch zu schwimmen. Als sie ihm mit einem scharfen „Nein“ antwortete fragte er noch Jens, bekam aber auch kein „Ja“. Welchen Zauberspruch Flo auch benutzt haben mochte, sowohl Jens als auch Bettina schwammen auf dem restlichen Stück. Jens Rettung war kein Großes Problem, doch bei Bettinas landeten Boot und Gerettete an unterschiedlichen Ufern.Was nun? Nach einigem Überlegen kam die Idee auf, einen Wurfsack über den Fluss zu werfen um das Boot auf die andere Seite befördern zu können. Sam warf. Dummerweise schätzte er die Salza nur halb so breit, wie sie ist.Der Reihe nach versuchten fast alle ihr Glück. Ein Wurfsack nach dem anderen flog, musste wieder eingeholt und gestopft werden um wieder und wieder im Wasser zu landen. (Wobei man erwähnen muss, dass es keine leichte Sache ist über einen so breiten Fluß zu werfen.) Bernhard kam dann auf die Idee Flo an sein Cowtail zu binden und ein Stück in den Fluss zu stellen, damit die anderen nicht so weit werfen müssten, doch Flo landete bei dem Versuch den Wurfsack zu fangen im Wasser. Nachdem dann auch Alfons mit den Worten: „Mein Wurfsack ist heilig, der wird das schaffen“ aus dem Boot stieg um das gesegnete Stück Sam zu bringen sah für uns, im Boot gebliebene die Sache schon ziemlich hoffnungslos aus. Doch Wunder, o Wunder, Alfons Wurfsack schaffte es über den Fluss und Bettina bekam endlich ihr Boot wieder. Der restliche Tag verlief ohne schlimmere Zwischenfälle, wenn man davon absieht, dass Sam sich beim Zwiebelschneiden in den Finger schnitt und diesen danach jedem mit einem wehleidigen Blick unter die Nase hielt. Wehe dem, der ihm kein Mitleid schenkte! (Zur Erläuterung: Sam kann Karate und hatte noch neun funktionstüchtige Finger.)
Dann kam der Samstag. Der morgen fing damit an, dass Betina, Thalita und ich in einem halb zusammengefallenen Zelt erwachten. Eine Stange war gebrochen und die 2. nahezu auch. So begann der Tag schon mit schlimmen Ereignissen. Und es sollte für mich auch so weiter gehen.Dass Hannes gekommen war hatte damit nichts zutun, denn wir sahen es alle als Segen an, nun wieder in kleinen Gruppen fahren zu können. Das Problem war: Wir befuhren die Enns.Thalita, Bettina und ich schoben gleich zu Anfang Panik. Alles voller Wellen, Walzen und anderer Monster. Die beiden schafften es. Ich schwamm und schämte mich in Grund und Boden.Nachdem wir allerdings kurz Halt und eine Art Canyoning Tour machten, kam mein lächeln wieder. Wir kletterten über Leitern und Felsen bis wir in eine Schlucht kamen. Mit allerlei Tricks, wie hintern an die Wand, Kaminklettern, oder auf die Schultern des hinteren Stellen erklommen wir die kleinen und größeren Wasserfälle, bis wir nicht mehr weiterkonnten und außerdem alle patschnass waren.
Am Abend gab es wieder ein neues Feuer, doch trotzdem ließ es Nils sich nicht nehmen, Bettina zu wärmen, was für allgemeine Freude sorgte und den beiden viele Neckereien einbrachte.Doch die beiden waren nicht die einzigen, die aufgezogen wurden:Sam schnitt sich in den anderen Daumen, weil er in die Scherben seiner Bierflasche fasste, Flo machte nach seiner ersten Stiegl nur noch Witze über Bernhards Nasenhaare und übers (ins Feuer) blasen und Thalita versuchten wir mit Hannes Fürsorglichkeit aufzuziehen.
Am letzten Tag wollten wir zur Entspannung wieder die Schlucht fahren. Nun zeigte für uns Mädchen sich der Vorteil mit vielen Jungen zu fahren: Ich hatte einen noch trockenen Pullover von Sam an, und alle hatten einen netten Jungen, der beim Boottragen half, sodass für uns der letzte Tag richtig nach Urlaub aussah. Ausnahmsweise passierte auch- nichts! Kein Schwimmer, dadurch natürlich keine Rettungen, kein peinlicher Unfall oder dummer Ausrutscher. Im Großen und Ganzen ein gelungener Abschlusstag.
Mareike Breith