Tagebuch eines Paddlers
Montag, November 03, 2008
Abpaddeln am 12. Oktober 2008
Sonntag morgen, neun Uhr: Ein Paddler nach dem anderen fand sich am Bootshaus ein, um alles für die letzte Wildwasserfahrt dieser Saison startklar zu machen. Alles dabei, Spritzdecke, Paddel, Helm? Fleece und Neo? Nikola schnappte sich vorsichtshalber noch eine Neojacke, man weiß ja nie... Die Außentemperatur näherte sich immer mehr der kühlen Wassertemperatur an, obwohl dieser Sonntag für Mitte Oktober noch verhältnismäßig warm war. Der Hochnebel sollte sich laut Wetterbericht schnell verflüchtigen, so dass wir auf einen goldenen Oktobertag hoffen durften. Schnell waren die Boote aufgeladen und los ging’s Richtung Kronach. Ziel: Die Haßlach, die für uns alle außer Lisa, Sam und Flo paddlerisches Neuland und für Oliver und Christopher der erste Wildbach überhaupt war. Ein erster Blick aufs Wasser verriet allerdings: der Bach hatte wenig davon. Und kühl war es irgendwie auch (von der versprochenen Sonne nichts zu sehen, vom Hochnebel dafür umso mehr). Also zogen wir uns schnell um, und während Sam und Flo die Autos umsetzten, wärmten wir anderen uns mit Frisbee spielen auf.
Einige Zeit und viele Balistos später setzten wir die Boote aufs Wasser. Schon nach der ersten kleinen Stufe merkten wir, worin die größte Schwierigkeit der heutigen Fahrt bestehen sollte: Eine Route zu finden, auf der man nicht auf den Steinen aufsaß und in der Folge entweder umzukippen drohte oder sich mühsam wieder in tieferes Wasser robben musste. Diesmal also würden uns wohl ausnahmsweise keine Walzen zerlegen. Alles in allem klappte das aber ganz gut und wir fanden meist eine fahrbare Linie auf dem kleinen Fluss, der auch landschaftlich recht schön liegt. Ein paar Sonnenstrahlen hätten die Umgebung bestimmt in einem nochmal anderen Licht erscheinen lassen, aber bisher konnten sie sich gegen den Nebel nicht durchsetzen.
Wem kalt geworden war, der konnte sich durch einen kleinen Fußmarsch mit Boot huckepack wieder aufwärmen und den Baum umtragen, der mitten auf der Strecke quer über den Fluss gefallen war und den Weg blockierte. Wieder im Boot ging die Tour weiter, führte uns an einigen interessanten Stufen vorbei und Sam, Lisa und Flo begannen schon von der Bootsrutsche zu schwärmen, die noch vor uns lag und die wir bald erreichen mussten. Diese Rutsche bot eine lustige Möglichkeit, das zugehörige Wehr zu umfahren.
Wie wir bei der Besichtigung des Wehres allerdings feststellten, gab es diese Rutsche leider nicht mehr. Das Wehr mussten wir also umtragen, und da wir schon einmal ausgestiegen waren, nutzten wir die Gelegenheit für eine kurze Pause und verfrühstückten Gummibärchen. Flo entdeckte die Multifunktionalität seines Paddels und funktionierte es kurzerhand in eine Art Löffel um – in Wirklichkeit aber demonstrierte er wohl die Zuneigung zu seinem Paddel. Jedenfalls muss das für jeden Außenstehenden so ausgesehen haben, als Flo Gummibärchen für Gummibärchen direkt vom Paddel in seinen Mund beförderte. Vielleicht wollte er aber auch Christopher („Wofür steht denn F L O ?“) zeigen, dass die Aufschrift F L O lediglich die Zugehörigkeit des Paddels kennzeichnet (frei nach dem Schlager: „ Es gehört zu mir...“) :-)
Obwohl der Bach sich diesmal eher zur Stein- und Mooskunde als zum Schwimmen anbot, musste es doch zu schaffen sein, trotzdem ordentlich nass zu werden – dachte sich Nikola und ehe sie sich's versah, landete sie beim Einstieg nach dem Wehr im Wasser. Ansonsten blieb es glücklicherweise eine trockene Fahrt und wir kamen gut gelaunt am Ausstieg an. Und wer begrüßte uns dort? Die Sonne, die es ganz zum Schluss doch noch geschafft hatte, über den Hochnebel Herr zu werden.
- Kathi
Freitag, September 19, 2008
Vorderrheinfahrt vom 8.8-10.8
Am Freitag haben wir, Sam, Peter, Maren, Viktor, Thalita, Samira, Nikola und Kathi, bei strömendem Regen die Boote aufgeladen.
Dabei erwähnte Sam erstmals, er habe Äpfel gekauft, was eine doppelte Leistung ist, da Äpfel
a) wie Viktor treffend feststellte „so eine Art Obst sind“, was nicht zu Sams gewöhnlichen Nahrungsmitteln zählt und
b) weil er auf diese spezielle Art von Vitamin C auch noch allergisch ist.
An dieser Stelle ein dickes Lob an Sam, aber wir erwähnen jetzt nicht jedes Mal, wann er uns auf die gekauften Äpfel aufmerksam gemacht hat.
Wir starteten gegen 15 Uhr und wären super weggekommen, hätten Thalita und Samira ihre Pässe nicht zu Hause liegen gelassen. So gab es Erlangen-Vorderrhein direkt über Großenseebach.
Abends wurden wir von Sam lecker bekocht (- keine Äpfel)
Der Samstag verwöhnte uns mit tollem Wetter und wir paddelten unverzagt durch den schwierigeren Teil der Route.
Das berühmte schwarze Loch mit seiner Schlucht lockte uns alle. Aber man muss auch verzichten können. So zogen die Vernunft gesteuerten Mädchen ein intensives Krafttraining mit Boote stemmen und Boote tragen vor, während die Jungs ihren Trieben nachgingen und sich in den nassen Schlund warfen.
Die halbe Strecke war zur Mittagspause geschafft, ein Grund, den Grill an- und etwas drauf zu werfen.
Im leichteren Abschnitt verließ uns die Konzentration und genug schwammen, um die Kuchen für die nächsten Trainingsabende zu sichern. Für die Mädchen wurde es spannend als Kathi in Samiras Boot rauschte, dieses nach oben schnellte und Nikola am Kopf traf. Hätte übel ausgehen können, aber da zeigte sich einmal wieder, was unsere Schutzausrüstung wert ist.
Der Abend wurde kalt, also gingen wir auf die Suche nach einem Lagerfeuer zu den Esslingern, die in unserer Nähe campten. Aber diese Schwaben! Geizig wie immer hatten sie sich ein Feuer gespart. Als Rache gab es unendlich viel Knoblauch in den Nudeln und mit dieser Duftfahne schickten wir Sam und Kathi zu den Esslingern zum Plauschen.
Peter unterhielt uns mit Geschichten z.B. über die Flugkuh, während Thalita, Samira und Nikola in der hochphilosophischen Betrachtung des Sternenhimmels versanken.
Am Sonntag paddelten wir die gleiche Route, diesmal gab es mehr Schwimmer als am Samstag. Samira war kaum aus dem Wasser herauszubringen, was sie derart demoralisierte, dass eine Extrapause mit Müsliriegelmotivation angebracht erschien. Es muss etwas Magisches in dem Riegel gewesen sein, denn Samira meisterte ihre Krise und fand sogar Spaß am restlichen Paddeln.
Zum Abschluss der Fahrt versorgte Nikola uns noch mit Äpfeln aus ihrem Garten, die super geschmeckt haben, aber nicht als Konkurrenz für Sams Äpfel gesehen werden sollten.
Wir haben gelernt, dass man den Koch auf einer Paddeltour nicht kritisieren darf, wenn man keine Kuhfladen ins Boot gepackt bekommen will, (es gab auch nichts an Sams Küche auszusetzen!) Sam sollte lernen,
dass man keine Mädchen ins Wasser werfen soll. Also versuchten wir ihn hinein zu schmeißen. Zunächst hatten wir zu viert keine Chance, aber schließlich gelang es uns doch noch (Nikola hat wohl mit einem Apfel gedroht).
Unsere Heimfahrt wurde von einer Kaffeepause und einem Stau aufgelockert, außerdem erfuhren wir, was das „F“ bei dem Kennzeichen „FL“ für Liechtenstein bedeutet.
Resümee: Das Wasser war nass, wir auch, das Essen lecker, das Wetter super und gelernt haben wir auch eine Menge, so kann man sagen, dass es eine durch und durch erfolgreiche, vitaminreiche Fahrt gewesen ist.
von Thalita und Nikola
Dienstag, April 08, 2008
Anpaddeln am 30.03.2008 - Endlich Wieder auf dem Wasser!
Endlich Anpaddeln! Nach der langen Winterpause wieder das kalte, harte Boot unter dem von Winterspeck gepolsterten Hintern zu haben und statt Hallenbadgeplätscher, richtiges, eisiges Flusswasser zu spüren! Am 30.3. war es endlich soweit. 11 unerschrockene Paddler fanden sich trotz Zeitumstellung nach einer viel zu kurzen Nacht im Morgengrauen am Bootshaus ein.
Alle Achtung! Schließlich wird uns extreme Faulheit nachgesagt.
Kaum angekommen begannen wir auch schon den Bootsanhänger zu beladen, um so schnell wie möglich zu unserem ausgewählten Fluss zu kommen, doch schon sehr bald stellte sich uns das erste Problem: Das Schloss mit dem der Wagen abgesperrt war, hatte den Winter nicht so gut überstanden wie wir und ließ sich vor Rost nicht öffnen.
Nach dem ersten Schock war die Sache klar: Davon würden wir uns nicht aufhalten lassen!
Jeder dachte angestrengt nach und so kamen wir zu sehr unterschiedlichen Ideen.
Während Flo los ging um Sägen zu suchen, versuchte Sam Öl auf zu treiben und Bonsai schlug mit einem Stein auf das Schloss ein. „Davon löst sich der Rost“, meinte er nur.
Natürlich löste sich der Rost nicht und auch Flos Holzsägen halfen uns bei dem Eisenschloss nicht weiter. (Wir haben es erst gar nicht versucht mit HOLZsägen EISEN zu zersägen ^^). Blieb nur noch das Öl, das Bonsai zu Hause gefunden hatte. Das Schloss blieb allerdings von allen Aktionen unbeeindruckt.
Die Lage sah ziemlich aussichtslos aus. Sollten wir in aller Herrgottsfrühe aufgestanden sein, um hier zu scheitern? Gewalt mag zwar nicht ethisch sein, aber gelegentlich ist sie doch eine Lösung. Sam bedrohte das widerspenstigen Schloss solange mit einer Zange, bis díeses sich ergab.
Endlich ging es los und wir konnten die erste Fahrt mit unserem neuen Vereinsbus antreten! Ja, wir haben einen neuen Vereinsbus!!!!
Auf der Hinfahrt konnte man ausreichend Schlaf nachholen, es sei denn man saß neben Markus, der die ganze Fahrt eigenartige Geräusche von sich gab, denn wir verfuhren uns und es dauerte schier ewig bis wir endlich den Einstieg fanden, was wir auch nur einer Mischung aus Sams Navi und Ernsts Gedächtnis zu verdanken hatten.
Die Haslach ist ein schöner Fluss mit ein paar schwereren Stellen, sodass auch den Erfahreneren nicht langweilig wurde.
Das einzige Problem war die Kälte. Das Wasser kam direkt von den abschmelzenden Polkappen! Zumindest hätte man das annhemen können...
Thalita wollte das nicht glauben und so stürze sie sich als Beweis, dass es gar nicht sooo schlimm sei sofort hinein. Soviel Wagemut wurde mit heftigem Frieren für den Rest der Strecke belohnt. Aber auch die anderen, die weniger Kontakt mit den Fluten geknüpft hatten, froren bald erbärmlich.
Hier kam Lisas Trainerausbildung ins Spiel. Sie erkannte das Problem und löste es umgehend, indem sie ein Spiel vorschlug, bei dem wir den Fluss hoch und runter jagten und uns dabei aufwärmten.
Die Idee war echt super!
So schafften wir alle die 12 km mehr oder weniger unbeschadet und kamen zum Ausstieg.
Dummerweise kamen wir in der Nähe eines Restaurants heraus, in dem gerade eine Kommunion stattfand. Ständig spazierten Leute vorbei und wir mussten uns doch irgendwie umziehen! Nach dem Motto: „Ganz oder gar nicht!“ zogen wir uns dennoch unter den Blicken der Passanten um.
Wir hatten viel Publikum, aber der Hut, den wir bei den Schaulustigen herum gehen ließen, blieb leider leer – und das bei unseren Traumfiguren!
Das muss beim nächsten Mal besser gemanagt werden!
Wie es sich nach einem erfolgreichen Anpaddeln gehört waren wir alle hungrig und müde. Der Tag hat jedem Lust auf die kommende Saison gemacht, obgleich er etwas früh begonnen hatte, mit Hindernissen gespickt und reichlich kühl gewesen war.
Aber wir sind ja hart im Nehmen und super im Bewältigen von Krisensituationen.
Auf das der Sommer genauso schön wird!by mareike
Freitag, August 24, 2007
Wildalpen 2007
Unterstützung bekamen wir Erlanger diesmal von Chris (aus Cham), Lili, einer Freundin von Hannes, und Matthias, der extra aus Frankreich angereist war, um für uns zu kochen.
Wir wollten die Fremdpaddler gleich durch unsere sportlichen Leistungen beeindrucken und begannen den ersten Tag mit einer 20 km langen Strecke auf der Salza, die wir in einem Rutsch bewätigten. Jedenfalls fast. Zwei kleine Pausen gönnten wir uns doch, die zweite allerdings nur, um mit dem uralten Vorurteil, Paddler seien sooo wasserscheu, aufzuräumen. Eine ehemalige Brücke, die in einen ca. 5 Meter „Sprungturm“ umfunktioniert war, lud zum Hupf ins eiskalte Wasser ein. Eine Gruppe von Raftern sah uns beeindruckt zu. Aber nur wenige ließen sich von unserem Beispiel animieren. Was gab es da doch gleich für Vorurteile über Rafter? =).
Zugegeben wir waren abends reichlich platt und so wurde das Grillen am Lagerfeuer ein eher ruhiges Unterfangen.
Tagesplanung: Die Enns.
Ein Fluss vor dem ich persönlich große Angst hatte. Den ersten und schwierigsten Teil wollte ich erst gar nicht fahren, und es ist nur der überredungskunst einiger Jungen, bzw Männern zu verdanken, dass ich mich dann doch ins Boot und blieb – zu meiner Überraschung- drin. (Dickes Danke!)
Nachdem der erste Teil überstanden war, kam allerdings erst das eigentliche Highlight des Flusses: Canyoning.
Fast alle machten mit und erklommen mit Tricks, Kniffen und gegenseitiger Hilfe die Wasserfälle und Stufen, die der kleine Bach, der in die Enns mündet, zu bieten hatte. Erst als es unmöglich war weiter zukommen, drehten wir um und rutschten zurück.
Aber auch dieser super Tag, (mit Wildalpen untypischer Sonne) hatte seine Schattenseiten: Unser Chefkoch Matthias musste uns verlassen.
Es war aus mit französischer Cuisine.
Paddler ohne Koch ist wie Kendo ohne Auftriebkörper, wie Kajak ohne Paddel, wie Floh ohne Durst, wie Thalita ohne Erdnussbutter, wie Nils ohne Gitarre, wie Bettina ohne Schrei. Eine Katastrophe also!!!!!
So wurde schnell gehandelt und ein Ersatzkoch ernannt, der allerdings zur Essenmachzeit mit einigen anderen den Hinterwildalpenbach (Das ist ein Bach bei dem sich Stufe an Stufe reiht) befuhr. Zu unserem Glück haben die Zurückgelassenen den Kühlschrank rechtzeitig gefunden und kurzerhand ein Essen gezaubert, das den allgemeinen Hunger stillen konnte.
Am nächsten Morgen weckte uns dann prasselnder Regen.
Da wir ja nicht aus Zucker sind, fuhren wir dennoch zum Einstieg, wo uns dann allerdings ein Gewitter überraschte. Wir suchten einen Unterstand und versuchten unsere Angst mit Singen zu überwinden. Den Sängern half das, den anderen ging es durch den schiefen Gesang eher schlechter. Doch endlich war das Donnern nicht mehr zu hören, die Sonne ließ sich wieder blicken und wir konnten in die Boote.
Auch wir pflegen Traditionen!
Es gibt auf der Salza eine Stelle an der Bettina immer schwimmt.
Mit Schrei!
Natürlich nur, weil es die Tradition verlangt.
Jedes mal, wenn sie diese Stelle passiert, greift eine Geisterhand nach ihr und kippt ihr Boot um. Wir vermuten einen verliebten Wassergeist hinter der Attacke.
Dieses Jahr war es auch nicht anders =).
Allerdings musste keiner Bettina zur Hilfe eilen. Aus eigener Kraft – oder mit Geisterhilfe – schwamm sie ins nächste Kehrwasser. Reife Leistung!
Das weckte unseren Ehrgeiz: Am letzten Tag wollten wir alle Wildwasserschwimmen lernen. Zu diesem Zweck gingen wir zur gefürchteten Campingplatzwalze (an der diesmal keiner umkippte!!) und schwammen dort hin und her über den Fluss.
Schwimmen sieht aus dem Boot heraus immer so einfach aus, die Strömung eher schwach und die Steine leicht umfahrbar, doch wenn man selbst im Wasser ist und plötzlich 10 Meter weiter unten herauskommt, als man geplant hatte, weiß man das Boot erst zu schätzen =).
Die neu erworbene Schwimmtechnik wurde dann zum Abschluss des Tages Flo zum Verhängnis. Flo hatte sich als einziger erfolgreich ums Schwimmen gedrückt und so den Zorn der Paddler auf sich gezogen, die ins kalte Wasser springen mussten.
Er merkte erst zu spät, dass einer nach dem anderen ins Wasser sprang und auf ihn und sein Boot zuhielt.....
Muss ich erwähnen, dass er keine Chance hatte? Dass er so nass wie alle anderen wurde? Ich denke nicht =).
Und wieder geht eine schöne Fahrt zu Ende und wir machten uns für die Heimfahrt klar. Wem gehört dieses Handtuch? Hat jemand meine Socken gesehen? Wo ist meine Taschenlampe? Dann ab in die Autos und auf mehr oder weniger direktem Weg nach Hause. Wie jedes Jahr war es eine super Fahrt, die alle gut überstanden haben, bis auf Sam, der immer noch versucht die in seinem Auto liegen gebliebenen Handtücher an die richtigen Leute zu verteilen
mareike
Imstfahrt vom 29.06.-01.07.2007
Sonntag, September 24, 2006
Spektakuläre Rettungen und gemütlich feuer in wildalpen
Am Mittwoch dem 23.August ging es, verteilt auf Sams Auto und den Vereinsbus, los nach Wildalpen. Matias konnte leider wegen einem Bänderriss nicht mit und so waren es nur 13
Paddler, die auf dem Campingplatz ihre Zelte aufschlugen. Am ersten Tag nahmen wir uns die Salza vor, wobei gleich 10 Metern nach dem Einstieg das erste Boot an einem Stein kenterte. Doch das sollte an diesem Tag kein Einzelfall bleiben: Bettina fand heraus, dass man einen Master nicht als U-Boot verwenden kann, Thalita merkte, dass Walzen ganz schön wild sein können und Timm musste einsehen, dass es nicht reichte die Rolle nur „theoretisch“ zu können.In der Mittagspause brachte uns Sam, der vor kurzem mit Carmen und Matias einen Whitewater Rescue Technician Lehrgang (Sicherheitslehrgang) besucht hatte, Kehrwasserschwimmen bei, wobei wir Mädchen erst ins Wasser gingen, als Viktor uns mit einer riesigen Heuschrecke in der Hand jagte.Das Überleben des ersten Tages wurde mit Steaks gefeiert. Nachdem sich jeder (sogar Sam, Flo und Bernhard) satt gegessen hatte, machten es sich alle um ein Lagerfeuer gemütlich, um laut und falsch zu Viktors und Nils Gitarrenmusik zu singen.
Der nächste Tag war wieder der Salza gewidmet, doch diesmal wollten wir sie als eine Gruppe bezwingen, da Carmen wegen starker Schulterschmerzen nicht paddeln konnte. Geplant war bis zum Anfang der Schlucht zu fahren, was wir alle auch ohne große Probleme und nur einen Schwimmer schafften, doch als wir schon nach kurzer Zeit den Zielort erreichten, wurde beschlossen erst hinter der Schlucht auszusteigen. Eine kleine Rast gönnten wir uns aber. Während die Müsliriegel einer nach dem anderen in den Mündern verschwanden kam wieder einmal das Thema Rettung auf. Flo hatte sich von Carmen eine zusammengeknotete Bandschlinge basteln lassen, mit der man laut Sams und Carmens neuer Erkenntnis Boote leichter retten konnte. Bisher hatte er dies allerdings noch nicht testen können und fragte deshalb Bettina, ob sie nicht Lust habe heute noch zu schwimmen. Als sie ihm mit einem scharfen „Nein“ antwortete fragte er noch Jens, bekam aber auch kein „Ja“. Welchen Zauberspruch Flo auch benutzt haben mochte, sowohl Jens als auch Bettina schwammen auf dem restlichen Stück. Jens Rettung war kein Großes Problem, doch bei Bettinas landeten Boot und Gerettete an unterschiedlichen Ufern.Was nun? Nach einigem Überlegen kam die Idee auf, einen Wurfsack über den Fluss zu werfen um das Boot auf die andere Seite befördern zu können. Sam warf. Dummerweise schätzte er die Salza nur halb so breit, wie sie ist.Der Reihe nach versuchten fast alle ihr Glück. Ein Wurfsack nach dem anderen flog, musste wieder eingeholt und gestopft werden um wieder und wieder im Wasser zu landen. (Wobei man erwähnen muss, dass es keine leichte Sache ist über einen so breiten Fluß zu werfen.) Bernhard kam dann auf die Idee Flo an sein Cowtail zu binden und ein Stück in den Fluss zu stellen, damit die anderen nicht so weit werfen müssten, doch Flo landete bei dem Versuch den Wurfsack zu fangen im Wasser. Nachdem dann auch Alfons mit den Worten: „Mein Wurfsack ist heilig, der wird das schaffen“ aus dem Boot stieg um das gesegnete Stück Sam zu bringen sah für uns, im Boot gebliebene die Sache schon ziemlich hoffnungslos aus. Doch Wunder, o Wunder, Alfons Wurfsack schaffte es über den Fluss und Bettina bekam endlich ihr Boot wieder. Der restliche Tag verlief ohne schlimmere Zwischenfälle, wenn man davon absieht, dass Sam sich beim Zwiebelschneiden in den Finger schnitt und diesen danach jedem mit einem wehleidigen Blick unter die Nase hielt. Wehe dem, der ihm kein Mitleid schenkte! (Zur Erläuterung: Sam kann Karate und hatte noch neun funktionstüchtige Finger.)
Dann kam der Samstag. Der morgen fing damit an, dass Betina, Thalita und ich in einem halb zusammengefallenen Zelt erwachten. Eine Stange war gebrochen und die 2. nahezu auch. So begann der Tag schon mit schlimmen Ereignissen. Und es sollte für mich auch so weiter gehen.Dass Hannes gekommen war hatte damit nichts zutun, denn wir sahen es alle als Segen an, nun wieder in kleinen Gruppen fahren zu können. Das Problem war: Wir befuhren die Enns.Thalita, Bettina und ich schoben gleich zu Anfang Panik. Alles voller Wellen, Walzen und anderer Monster. Die beiden schafften es. Ich schwamm und schämte mich in Grund und Boden.Nachdem wir allerdings kurz Halt und eine Art Canyoning Tour machten, kam mein lächeln wieder. Wir kletterten über Leitern und Felsen bis wir in eine Schlucht kamen. Mit allerlei Tricks, wie hintern an die Wand, Kaminklettern, oder auf die Schultern des hinteren Stellen erklommen wir die kleinen und größeren Wasserfälle, bis wir nicht mehr weiterkonnten und außerdem alle patschnass waren.
Am Abend gab es wieder ein neues Feuer, doch trotzdem ließ es Nils sich nicht nehmen, Bettina zu wärmen, was für allgemeine Freude sorgte und den beiden viele Neckereien einbrachte.Doch die beiden waren nicht die einzigen, die aufgezogen wurden:Sam schnitt sich in den anderen Daumen, weil er in die Scherben seiner Bierflasche fasste, Flo machte nach seiner ersten Stiegl nur noch Witze über Bernhards Nasenhaare und übers (ins Feuer) blasen und Thalita versuchten wir mit Hannes Fürsorglichkeit aufzuziehen.
Am letzten Tag wollten wir zur Entspannung wieder die Schlucht fahren. Nun zeigte für uns Mädchen sich der Vorteil mit vielen Jungen zu fahren: Ich hatte einen noch trockenen Pullover von Sam an, und alle hatten einen netten Jungen, der beim Boottragen half, sodass für uns der letzte Tag richtig nach Urlaub aussah. Ausnahmsweise passierte auch- nichts! Kein Schwimmer, dadurch natürlich keine Rettungen, kein peinlicher Unfall oder dummer Ausrutscher. Im Großen und Ganzen ein gelungener Abschlusstag.
Mareike Breith
Samstag, August 12, 2006
Whitewater Rescue Technician Lehrgang am 29.+30.07.2006
Angekommen, hatten wir erstmal keine Lust, im Regen ein Zelt aufzustellen, so dass wir nach vergeblicher Suche nach einer günstigen Pension, im Auto geschlafen haben. Es war gar nicht mal sooo unbequem, so dass wir am nächsten Morgen um 7:00 Uhr ausgeruht aufstehen konnten.
Es gab zur Stärkung ein Frühstück beim angrenzenden Bäcker, und wir fuhren (über kleineren Umwegen) zum ersten Teil unseres Lehrgangs in ein Unterrichtsraum. Der Vormittag war der Theorie gewidmet.
Klingt langweilig, war es aber keinesfalls. Mit anschaulichem Film- und Bildmaterial und einem guten Vortrag, brachte uns Neil Newton Taylor alles Wichtige über das Retten und alles was so aussen herum passiert bei. Unsere Fragen wurden ebenfalls fachmännisch beantwortet, und wir bekamen ein Skript mit allen wesentlichen Punkten als Merkhilfe an die Hand. Ich glaube jeder von uns erfuhr etwas, was er noch nicht wusste, und wichtige Details, die man vielleicht schon kannte, wurden wieder in Erinnerung gerufen.
Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann ab ans (besser gesagt: ins) Wasser. Hier übten wir dann defensives und aggressives Wildwasserschwimmen, einfache und erweiterte Wurfsacktechniken, und Strömungsüberquerung. Stehts gab es wichtige Tips zur praktischen Anwendung der verschiedenen Lektionen.
Obwohl das Wetter nicht unbedingt auf unserer Seite war, und das Wasser dieses kalten Gebirgsbaches echt zum schlottern einlud, haben wir und die vier anderen Teilnehmer viel theoretisches und praktisches Wissen mitnehmen können.
Am Abend saßen wir dann zusammen und nahmen die Lieblingsmahlzeit der Pingupaddler zu uns: Pizza. Wie erwartet halfen Matthias und ich dann, als Carmens letzte zwei Stücke Pizza schwer auf dem Teller lagen. Wir versuchten dann noch ein traditionelles Zitronensorbet (Zitroneneis mit Wodka) aufzutreiben, was mangels Zitroneneis fehlschlug. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, also erfanden wir ein neues Getränk: Vanilleeis mit Rum. Sehr lecker. (Kids, don't try this at home :-) ).
Gut genährt und erquikt legten wir uns dann in unserer neuorganisierten Unterkunft schlafen. Es regnete nämlich immer noch, so dass wir dann vom Campingwart einen alten abgestellten Wohnwagen zur Verfügung gestellt bekamen. Sehr nett. Kein Zelt aufbauen :-)
Am nächsten morgen wachten wir dann auf, holten an der Tankstelle ein unwürdiges Frühstück und Proviant für den restlichen Tag und fuhren dann zum verabredeten Treffpunkt am Fluss. Heute ging es nämlich mit dem Boot zu den Übungstellen.
Auf dem Programm standen heute: Seiltechniken (Knoten, Flaschenzüge und Ankerpunkte), Flussüberquerung (mit Absicherung), Teamwork, Strainerschwimmen (Strainer= Hindernis im Wasser, durch den die Strömung durchgeht, ein Boot oder Paddler aber nicht, wie z.B. ein Baum), Bootsbergung, die Rettung aus einer Verklemmungssituation, Abschleppen von Booten und Schwimmer und Erste Hilfe am Ufer. Wir lernten also vorher das "Wie", und mussten dieses Wissen dann in Eigenregie und Teamwork praktisch umsetzen. Eine sehr interessante Erfahrung.
Nach dem Umziehen trafen wir uns dann in einem Café wieder, wo wir einen Wissenstest ablegten, und nach erfolgreichem Bestehen eine Urkunde, Aufnäher und einen Ausweis bekamen, der uns als ausgebildete Whitewater Rescue Technicians auswies.
Abschliessend möchte ich jedem diesen Kurs empfehlen. Beim Paddeln ist man auf das Wissen der Gruppe mit der man paddelt angewiesen. Wenn niemand weiss, mit Rettungsszenarien umzugehen, können sehr schnell die Retter zum Opfer werden. Es gibt ausserdem auch viele hartnäckige Fehlannahmen, die sich über die Jahre verfestigt haben. Man lernt hier ausserdem auch internationale Standards kennen, die von den meisten Rettungsmannschaften verwendet werden, man spricht also eine gemeinsame Sprache.
Schaut auch mal bei den Bildern vorbei: www.pingupaddler.com
Montag, Juli 17, 2006
Imstfahrt am 15.+16.07.2006
Jetzt konnte es also losgehen (ca. 15:00 Uhr). Die Anfahrt nach Imst war ganz OK. Es gab aufgrund des herabstürzenden Himmels ein bißchen Stau vor und in München, ansonsten kamen wir gut durch und irgendwann auch am Campingplatz Imst West an.
Nachdem wir die Zelte aufgebaut haben, beschlossen wir doch noch zu kochen. Es gab Überlegungen, ob wir vielleicht Essen gehen wollen, aber Stefan schaffte es, mit seinem winzigen Gaskocher einen großen Topf mit sehr leckerem Chili con Carne (ich glaube schon immer ein Standard auf der Liste der Paddlerrezepte) zu zaubern. Von den feinen Düften angelockt, trafen Matthias und Marion dann auch ein. Matthias hatte den Hauptkocher dabei, aber aus Loyalität zum bereits eingesetzten Kocher, veränderten wir nichts an unserem Aufbau.
Nach Mitternacht trafen dann auch Peter und Fred ein, und mussten vor dem Campingplatz im Bus schlafen (und später dann immer noch 2/3 des Preises - 6 € - für die Übernachtung bezahlen).
Am nächsten morgen, nach einem standesgemäßen und reichhaltigen Nutellabrötchenfrühstück machten wir uns dann auf dem Weg zur Imster Schlucht. Ein relativ leichter Anfang, damit wir uns einfahren konnten und Isabell auch mal paddeln konnte. Wir fuhren ohne große Zwischenstopps, ausser natürlich an der Memminger Walze, wo Carmen und Fred sich ersteinmal (nach mühsamen Flussaufwärtspaddeln) austobten. Von den Beiden war Flussabwärts nichts mehr zu sehen, wenn sie im Wellental verschwanden. Ich war jedenfalls ziemlich beeindruckt, dass es Leute gibt, die da freiwillig reinfahren, wo die meisten doch vorbeifahren wollen.
Danach fuhren wir wieder zum Campingplatz, wo wir dann für den Abend einkauften und uns mit Snacks stärkten.
Die Stärkung war auch nötig, denn jetzt ging es zur Sanna. Seit dem Hochwasser Ende letzen Jahres hat sich einiges geändert. Das hatten wir jedenfalls vorher in verschiedenen Foren gelesen, und waren gespannt, wie es nun ausschaut. Rein optisch hat sich viel getan. Die Waldlandschaft an den Ufern ist gewichen, und hat einer künstlichen Befestigung Platz gemacht. Das war wohl nötig, um den Bach zu erhalten, gibt aber ein dickes Minus, was die Landschaft angeht. Wir wählten den alten Einstieg, obwohl in neueren Beschreibungen eine Stelle weiter Unterhalb empfohlen wurde. Wir haben keine größeren Probleme gehabt, man muss nur noch eine Leitplanke überwinden. Wir teilten uns dann in zwei Gruppen auf. Die erste Gruppe waren Carmen, Nils, Peter und ich; die zweite Gruppe umfasste folgende Mitglieder: Lisa, Flo, Fred und Stefan.
Als erste Schlüsselstelle kam früher das "schiefe Eck". Von diesem war aber fast gar nichts mehr zu sehen; es erinnert nur noch die Felswand an der rechten Seite des Flusses an die Stelle, ansonsten ist nur noch ein kleiner Schwall übrig. Danach folgte der "Pianser Schwall". Von dem war nicht viel zu merken. Auf dem weg hinunter zur Stelle sind ein zwei Walzen zu vermerken, die sich aber gut umfahren lassen (könnte aber auch am Wasserstand liegen). Das ganze endet dann in sehr stillem Wasser zwischen zwei steilen Wänden in der Stadt Pians. Soviel zu den zwei bekannten Schlüsselstellen.
Danach geht es aber eigentlich los. Es folgen dann zwei weitere, etwas wildere Abschnitte, mit einigen Löchern. Beim zweiten Abschnitt muss man am Schluss durch eine größere Walze, die von einer kleineren gefolgt wird durch. Hier gilt es dann Geschwindigkeit zu haben.
Der Ausstieg erfolgt dann nach einem kleineren Schwall in Landeck. Hier kann man ganz bequem rechts anlanden.
Wir zogen uns dann um und fuhren zurück zum Campingplatz zum Kampf der Grills.
Wir hatten zwei Konkurrenten: einen Einweggrill und einen modifizierten Billiggrill. Der Einweggrill liess sich schnell mit dem integrierten Anzünder entfachen, der Billiggrill musste erst mit zerkleinerter Pappe vorbereitet werden. Aber es stellte sich heraus: Geschwindigkeit ist nicht alles. Der Einweggrill glühte schwach bis gar nicht vor sich hin, während auf dem Billiggrill schon die ersten Steaks lagen. Aber Stefan gab nicht auf, und konnte dann, nachdem die meisten satt waren, noch ein paar Würstchen vom Einweggrill präsentieren.
Nachdem wir gut gespeist hatten und mit musikalischer Untermalung durch Nils unseren WEin verbraucht hatten, gingen wir ins Bett (Isomatte, Autositz, Bett im Bus), denn wir wussten ja ungefähr schon, was am nächsten Tag auf dem Programm stand.
Die untere Ötz war unser Ziel nach einem kontinentalen Frühstück mit Joghurtgetränk. Nils ist aua gesundheitlichen Gründen lieber an Land geblieben, ansonsten waren die Gruppen wie am Vortag auf der Sanna. Für mein Empfinden, war der Bach ein gutes Workout, da man ständig hin und her fahren musste, um den Löchern auszuweichen. Hat aber richtig Spass gemacht. Es gibt eine erste Schlüsselstelle unter einer Holzbrücke, die mit einem ziemlich großen Loch endet. Danach muss man das Brunauer Wehr umtragen. Man fragt sich als Paddler ernsthaft, was man mit dem Wehr bezwecken wollte. Ich glaube man wollte erforschen, wie gross man einen Rücklauf künstlich erzeugen kann.
Naja, nach dem Wiedereinsetzen (toller Alpinstart von Fred, trotz Piranha Boot :-)) kam dann relativ bald der Constructor. Hier spaltet sich der Bach in einen rechten arm und in den linken arm, den man fährt auf. Relativ mittig erschien hinter einer Welle dann plötzlich ein großes Loch, den Flo und ich noch mitnehmen mussten. Das Loch hatte aber anscheinend schon ein paar Paddler verspeist, da es uns sofort wieder ausspuckte. Nach diesem Abschnitt war der Bach dann auch schon geschafft.
Wir stiegen dann aus und beschlossen, zu schauen, was die Loisach für einen Pegel hat, und sie möglicherweise auf der Heimfahrt noch zu fahren.
Der Bach war aber ziemlich trocken, also sind wir gleich zum Pizzahut gefahren. Peter und Fred sind dann gleich weitergefahren, Matthias und Marion waren gleich nach Abbauen der Zelte nach Hause gefahren, da Matthias aufgrund seiner Schulterverletzung sowieso nicht paddeln konnte.
Danach kämpften wir uns wieder durch München und um München herum durch und waren dann um 21:30 Uhr wieder am Bootshaus zum Abladen und nach Hause fahren.
Die Fahrt hat mir sehr viel Spass gemacht und ich freue mich schon auf das nächste mal.