Montag, November 03, 2008

Abpaddeln am 12. Oktober 2008

Über die Bedeutung des Mindestpegels oder: Wofür steht F L O?

Sonntag morgen, neun Uhr: Ein Paddler nach dem anderen fand sich am Bootshaus ein, um alles für die letzte Wildwasserfahrt dieser Saison startklar zu machen. Alles dabei, Spritzdecke, Paddel, Helm? Fleece und Neo? Nikola schnappte sich vorsichtshalber noch eine Neojacke, man weiß ja nie... Die Außentemperatur näherte sich immer mehr der kühlen Wassertemperatur an, obwohl dieser Sonntag für Mitte Oktober noch verhältnismäßig warm war. Der Hochnebel sollte sich laut Wetterbericht schnell verflüchtigen, so dass wir auf einen goldenen Oktobertag hoffen durften. Schnell waren die Boote aufgeladen und los ging’s Richtung Kronach. Ziel: Die Haßlach, die für uns alle außer Lisa, Sam und Flo paddlerisches Neuland und für Oliver und Christopher der erste Wildbach überhaupt war. Ein erster Blick aufs Wasser verriet allerdings: der Bach hatte wenig davon. Und kühl war es irgendwie auch (von der versprochenen Sonne nichts zu sehen, vom Hochnebel dafür umso mehr). Also zogen wir uns schnell um, und während Sam und Flo die Autos umsetzten, wärmten wir anderen uns mit Frisbee spielen auf.

Einige Zeit und viele Balistos später setzten wir die Boote aufs Wasser. Schon nach der ersten kleinen Stufe merkten wir, worin die größte Schwierigkeit der heutigen Fahrt bestehen sollte: Eine Route zu finden, auf der man nicht auf den Steinen aufsaß und in der Folge entweder umzukippen drohte oder sich mühsam wieder in tieferes Wasser robben musste. Diesmal also würden uns wohl ausnahmsweise keine Walzen zerlegen. Alles in allem klappte das aber ganz gut und wir fanden meist eine fahrbare Linie auf dem kleinen Fluss, der auch landschaftlich recht schön liegt. Ein paar Sonnenstrahlen hätten die Umgebung bestimmt in einem nochmal anderen Licht erscheinen lassen, aber bisher konnten sie sich gegen den Nebel nicht durchsetzen.

Wem kalt geworden war, der konnte sich durch einen kleinen Fußmarsch mit Boot huckepack wieder aufwärmen und den Baum umtragen, der mitten auf der Strecke quer über den Fluss gefallen war und den Weg blockierte. Wieder im Boot ging die Tour weiter, führte uns an einigen interessanten Stufen vorbei und Sam, Lisa und Flo begannen schon von der Bootsrutsche zu schwärmen, die noch vor uns lag und die wir bald erreichen mussten. Diese Rutsche bot eine lustige Möglichkeit, das zugehörige Wehr zu umfahren.

Wie wir bei der Besichtigung des Wehres allerdings feststellten, gab es diese Rutsche leider nicht mehr. Das Wehr mussten wir also umtragen, und da wir schon einmal ausgestiegen waren, nutzten wir die Gelegenheit für eine kurze Pause und verfrühstückten Gummibärchen. Flo entdeckte die Multifunktionalität seines Paddels und funktionierte es kurzerhand in eine Art Löffel um – in Wirklichkeit aber demonstrierte er wohl die Zuneigung zu seinem Paddel. Jedenfalls muss das für jeden Außenstehenden so ausgesehen haben, als Flo Gummibärchen für Gummibärchen direkt vom Paddel in seinen Mund beförderte. Vielleicht wollte er aber auch Christopher („Wofür steht denn F L O ?“) zeigen, dass die Aufschrift F L O lediglich die Zugehörigkeit des Paddels kennzeichnet (frei nach dem Schlager: „ Es gehört zu mir...“) :-)

Obwohl der Bach sich diesmal eher zur Stein- und Mooskunde als zum Schwimmen anbot, musste es doch zu schaffen sein, trotzdem ordentlich nass zu werden – dachte sich Nikola und ehe sie sich's versah, landete sie beim Einstieg nach dem Wehr im Wasser. Ansonsten blieb es glücklicherweise eine trockene Fahrt und wir kamen gut gelaunt am Ausstieg an. Und wer begrüßte uns dort? Die Sonne, die es ganz zum Schluss doch noch geschafft hatte, über den Hochnebel Herr zu werden.
- Kathi

Freitag, September 19, 2008

Vorderrheinfahrt vom 8.8-10.8

Motto „Sam hat Äpfel gekauft“

Am Freitag haben wir, Sam, Peter, Maren, Viktor, Thalita, Samira, Nikola und Kathi, bei strömendem Regen die Boote aufgeladen.
Dabei erwähnte Sam erstmals, er habe Äpfel gekauft, was eine doppelte Leistung ist, da Äpfel
a) wie Viktor treffend feststellte „so eine Art Obst sind“, was nicht zu Sams gewöhnlichen Nahrungsmitteln zählt und
b) weil er auf diese spezielle Art von Vitamin C auch noch allergisch ist.
An dieser Stelle ein dickes Lob an Sam, aber wir erwähnen jetzt nicht jedes Mal, wann er uns auf die gekauften Äpfel aufmerksam gemacht hat.

Wir starteten gegen 15 Uhr und wären super weggekommen, hätten Thalita und Samira ihre Pässe nicht zu Hause liegen gelassen. So gab es Erlangen-Vorderrhein direkt über Großenseebach.
Abends wurden wir von Sam lecker bekocht (- keine Äpfel)

Der Samstag verwöhnte uns mit tollem Wetter und wir paddelten unverzagt durch den schwierigeren Teil der Route.
Das berühmte schwarze Loch mit seiner Schlucht lockte uns alle. Aber man muss auch verzichten können. So zogen die Vernunft gesteuerten Mädchen ein intensives Krafttraining mit Boote stemmen und Boote tragen vor, während die Jungs ihren Trieben nachgingen und sich in den nassen Schlund warfen.
Die halbe Strecke war zur Mittagspause geschafft, ein Grund, den Grill an- und etwas drauf zu werfen.
Im leichteren Abschnitt verließ uns die Konzentration und genug schwammen, um die Kuchen für die nächsten Trainingsabende zu sichern. Für die Mädchen wurde es spannend als Kathi in Samiras Boot rauschte, dieses nach oben schnellte und Nikola am Kopf traf. Hätte übel ausgehen können, aber da zeigte sich einmal wieder, was unsere Schutzausrüstung wert ist.

Der Abend wurde kalt, also gingen wir auf die Suche nach einem Lagerfeuer zu den Esslingern, die in unserer Nähe campten. Aber diese Schwaben! Geizig wie immer hatten sie sich ein Feuer gespart. Als Rache gab es unendlich viel Knoblauch in den Nudeln und mit dieser Duftfahne schickten wir Sam und Kathi zu den Esslingern zum Plauschen.
Peter unterhielt uns mit Geschichten z.B. über die Flugkuh, während Thalita, Samira und Nikola in der hochphilosophischen Betrachtung des Sternenhimmels versanken.

Am Sonntag paddelten wir die gleiche Route, diesmal gab es mehr Schwimmer als am Samstag. Samira war kaum aus dem Wasser herauszubringen, was sie derart demoralisierte, dass eine Extrapause mit Müsliriegelmotivation angebracht erschien. Es muss etwas Magisches in dem Riegel gewesen sein, denn Samira meisterte ihre Krise und fand sogar Spaß am restlichen Paddeln.
Zum Abschluss der Fahrt versorgte Nikola uns noch mit Äpfeln aus ihrem Garten, die super geschmeckt haben, aber nicht als Konkurrenz für Sams Äpfel gesehen werden sollten.
Wir haben gelernt, dass man den Koch auf einer Paddeltour nicht kritisieren darf, wenn man keine Kuhfladen ins Boot gepackt bekommen will, (es gab auch nichts an Sams Küche auszusetzen!) Sam sollte lernen,
dass man keine Mädchen ins Wasser werfen soll. Also versuchten wir ihn hinein zu schmeißen. Zunächst hatten wir zu viert keine Chance, aber schließlich gelang es uns doch noch (Nikola hat wohl mit einem Apfel gedroht).
Unsere Heimfahrt wurde von einer Kaffeepause und einem Stau aufgelockert, außerdem erfuhren wir, was das „F“ bei dem Kennzeichen „FL“ für Liechtenstein bedeutet.
Resümee: Das Wasser war nass, wir auch, das Essen lecker, das Wetter super und gelernt haben wir auch eine Menge, so kann man sagen, dass es eine durch und durch erfolgreiche, vitaminreiche Fahrt gewesen ist.

von Thalita und Nikola

Dienstag, April 08, 2008

Anpaddeln am 30.03.2008 - Endlich Wieder auf dem Wasser!

Endlich Anpaddeln! Nach der langen Winterpause wieder das kalte, harte Boot unter dem von Winterspeck gepolsterten Hintern zu haben und statt Hallenbadgeplätscher, richtiges, eisiges Flusswasser zu spüren! Am 30.3. war es endlich soweit. 11 unerschrockene Paddler fanden sich trotz Zeitumstellung nach einer viel zu kurzen Nacht im Morgengrauen am Bootshaus ein.

Alle Achtung! Schließlich wird uns extreme Faulheit nachgesagt.

Kaum angekommen begannen wir auch schon den Bootsanhänger zu beladen, um so schnell wie möglich zu unserem ausgewählten Fluss zu kommen, doch schon sehr bald stellte sich uns das erste Problem: Das Schloss mit dem der Wagen abgesperrt war, hatte den Winter nicht so gut überstanden wie wir und ließ sich vor Rost nicht öffnen.

Nach dem ersten Schock war die Sache klar: Davon würden wir uns nicht aufhalten lassen!

Jeder dachte angestrengt nach und so kamen wir zu sehr unterschiedlichen Ideen.

Während Flo los ging um Sägen zu suchen, versuchte Sam Öl auf zu treiben und Bonsai schlug mit einem Stein auf das Schloss ein. „Davon löst sich der Rost“, meinte er nur.

Natürlich löste sich der Rost nicht und auch Flos Holzsägen halfen uns bei dem Eisenschloss nicht weiter. (Wir haben es erst gar nicht versucht mit HOLZsägen EISEN zu zersägen ^^). Blieb nur noch das Öl, das Bonsai zu Hause gefunden hatte. Das Schloss blieb allerdings von allen Aktionen unbeeindruckt.

Die Lage sah ziemlich aussichtslos aus. Sollten wir in aller Herrgottsfrühe aufgestanden sein, um hier zu scheitern? Gewalt mag zwar nicht ethisch sein, aber gelegentlich ist sie doch eine Lösung. Sam bedrohte das widerspenstigen Schloss solange mit einer Zange, bis díeses sich ergab.

Endlich ging es los und wir konnten die erste Fahrt mit unserem neuen Vereinsbus antreten! Ja, wir haben einen neuen Vereinsbus!!!!

Auf der Hinfahrt konnte man ausreichend Schlaf nachholen, es sei denn man saß neben Markus, der die ganze Fahrt eigenartige Geräusche von sich gab, denn wir verfuhren uns und es dauerte schier ewig bis wir endlich den Einstieg fanden, was wir auch nur einer Mischung aus Sams Navi und Ernsts Gedächtnis zu verdanken hatten.

Die Haslach ist ein schöner Fluss mit ein paar schwereren Stellen, sodass auch den Erfahreneren nicht langweilig wurde.

Das einzige Problem war die Kälte. Das Wasser kam direkt von den abschmelzenden Polkappen! Zumindest hätte man das annhemen können...

Thalita wollte das nicht glauben und so stürze sie sich als Beweis, dass es gar nicht sooo schlimm sei sofort hinein. Soviel Wagemut wurde mit heftigem Frieren für den Rest der Strecke belohnt. Aber auch die anderen, die weniger Kontakt mit den Fluten geknüpft hatten, froren bald erbärmlich.

Hier kam Lisas Trainerausbildung ins Spiel. Sie erkannte das Problem und löste es umgehend, indem sie ein Spiel vorschlug, bei dem wir den Fluss hoch und runter jagten und uns dabei aufwärmten.

Die Idee war echt super!

So schafften wir alle die 12 km mehr oder weniger unbeschadet und kamen zum Ausstieg.

Dummerweise kamen wir in der Nähe eines Restaurants heraus, in dem gerade eine Kommunion stattfand. Ständig spazierten Leute vorbei und wir mussten uns doch irgendwie umziehen! Nach dem Motto: „Ganz oder gar nicht!“ zogen wir uns dennoch unter den Blicken der Passanten um.

Wir hatten viel Publikum, aber der Hut, den wir bei den Schaulustigen herum gehen ließen, blieb leider leer – und das bei unseren Traumfiguren!

Das muss beim nächsten Mal besser gemanagt werden!

Wie es sich nach einem erfolgreichen Anpaddeln gehört waren wir alle hungrig und müde. Der Tag hat jedem Lust auf die kommende Saison gemacht, obgleich er etwas früh begonnen hatte, mit Hindernissen gespickt und reichlich kühl gewesen war.

Aber wir sind ja hart im Nehmen und super im Bewältigen von Krisensituationen.

Auf das der Sommer genauso schön wird!

by mareike