Endlich Anpaddeln! Nach der langen Winterpause wieder das kalte, harte Boot unter dem von Winterspeck gepolsterten Hintern zu haben und statt Hallenbadgeplätscher, richtiges, eisiges Flusswasser zu spüren! Am 30.3. war es endlich soweit. 11 unerschrockene Paddler fanden sich trotz Zeitumstellung nach einer viel zu kurzen Nacht im Morgengrauen am Bootshaus ein.
Alle Achtung! Schließlich wird uns extreme Faulheit nachgesagt.
Kaum angekommen begannen wir auch schon den Bootsanhänger zu beladen, um so schnell wie möglich zu unserem ausgewählten Fluss zu kommen, doch schon sehr bald stellte sich uns das erste Problem: Das Schloss mit dem der Wagen abgesperrt war, hatte den Winter nicht so gut überstanden wie wir und ließ sich vor Rost nicht öffnen.
Nach dem ersten Schock war die Sache klar: Davon würden wir uns nicht aufhalten lassen!
Jeder dachte angestrengt nach und so kamen wir zu sehr unterschiedlichen Ideen.
Während Flo los ging um Sägen zu suchen, versuchte Sam Öl auf zu treiben und Bonsai schlug mit einem Stein auf das Schloss ein. „Davon löst sich der Rost“, meinte er nur.
Natürlich löste sich der Rost nicht und auch Flos Holzsägen halfen uns bei dem Eisenschloss nicht weiter. (Wir haben es erst gar nicht versucht mit HOLZsägen EISEN zu zersägen ^^). Blieb nur noch das Öl, das Bonsai zu Hause gefunden hatte. Das Schloss blieb allerdings von allen Aktionen unbeeindruckt.
Die Lage sah ziemlich aussichtslos aus. Sollten wir in aller Herrgottsfrühe aufgestanden sein, um hier zu scheitern? Gewalt mag zwar nicht ethisch sein, aber gelegentlich ist sie doch eine Lösung. Sam bedrohte das widerspenstigen Schloss solange mit einer Zange, bis díeses sich ergab.
Endlich ging es los und wir konnten die erste Fahrt mit unserem neuen Vereinsbus antreten! Ja, wir haben einen neuen Vereinsbus!!!!
Auf der Hinfahrt konnte man ausreichend Schlaf nachholen, es sei denn man saß neben Markus, der die ganze Fahrt eigenartige Geräusche von sich gab, denn wir verfuhren uns und es dauerte schier ewig bis wir endlich den Einstieg fanden, was wir auch nur einer Mischung aus Sams Navi und Ernsts Gedächtnis zu verdanken hatten.
Die Haslach ist ein schöner Fluss mit ein paar schwereren Stellen, sodass auch den Erfahreneren nicht langweilig wurde.
Das einzige Problem war die Kälte. Das Wasser kam direkt von den abschmelzenden Polkappen! Zumindest hätte man das annhemen können...
Thalita wollte das nicht glauben und so stürze sie sich als Beweis, dass es gar nicht sooo schlimm sei sofort hinein. Soviel Wagemut wurde mit heftigem Frieren für den Rest der Strecke belohnt. Aber auch die anderen, die weniger Kontakt mit den Fluten geknüpft hatten, froren bald erbärmlich.
Hier kam Lisas Trainerausbildung ins Spiel. Sie erkannte das Problem und löste es umgehend, indem sie ein Spiel vorschlug, bei dem wir den Fluss hoch und runter jagten und uns dabei aufwärmten.
Die Idee war echt super!
So schafften wir alle die 12 km mehr oder weniger unbeschadet und kamen zum Ausstieg.
Dummerweise kamen wir in der Nähe eines Restaurants heraus, in dem gerade eine Kommunion stattfand. Ständig spazierten Leute vorbei und wir mussten uns doch irgendwie umziehen! Nach dem Motto: „Ganz oder gar nicht!“ zogen wir uns dennoch unter den Blicken der Passanten um.
Wir hatten viel Publikum, aber der Hut, den wir bei den Schaulustigen herum gehen ließen, blieb leider leer – und das bei unseren Traumfiguren!
Das muss beim nächsten Mal besser gemanagt werden!
Wie es sich nach einem erfolgreichen Anpaddeln gehört waren wir alle hungrig und müde. Der Tag hat jedem Lust auf die kommende Saison gemacht, obgleich er etwas früh begonnen hatte, mit Hindernissen gespickt und reichlich kühl gewesen war.
Aber wir sind ja hart im Nehmen und super im Bewältigen von Krisensituationen.
Auf das der Sommer genauso schön wird!by mareike
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