Mit 4 vollbepackten Autos ging es am 17. August wieder einmal los nach Wildalpen (Österreich).
Unterstützung bekamen wir Erlanger diesmal von Chris (aus Cham), Lili, einer Freundin von Hannes, und Matthias, der extra aus Frankreich angereist war, um für uns zu kochen.
Wir wollten die Fremdpaddler gleich durch unsere sportlichen Leistungen beeindrucken und begannen den ersten Tag mit einer 20 km langen Strecke auf der Salza, die wir in einem Rutsch bewätigten. Jedenfalls fast. Zwei kleine Pausen gönnten wir uns doch, die zweite allerdings nur, um mit dem uralten Vorurteil, Paddler seien sooo wasserscheu, aufzuräumen. Eine ehemalige Brücke, die in einen ca. 5 Meter „Sprungturm“ umfunktioniert war, lud zum Hupf ins eiskalte Wasser ein. Eine Gruppe von Raftern sah uns beeindruckt zu. Aber nur wenige ließen sich von unserem Beispiel animieren. Was gab es da doch gleich für Vorurteile über Rafter? =).
Zugegeben wir waren abends reichlich platt und so wurde das Grillen am Lagerfeuer ein eher ruhiges Unterfangen.
Tagesplanung: Die Enns.
Ein Fluss vor dem ich persönlich große Angst hatte. Den ersten und schwierigsten Teil wollte ich erst gar nicht fahren, und es ist nur der überredungskunst einiger Jungen, bzw Männern zu verdanken, dass ich mich dann doch ins Boot und blieb – zu meiner Überraschung- drin. (Dickes Danke!)
Nachdem der erste Teil überstanden war, kam allerdings erst das eigentliche Highlight des Flusses: Canyoning.
Fast alle machten mit und erklommen mit Tricks, Kniffen und gegenseitiger Hilfe die Wasserfälle und Stufen, die der kleine Bach, der in die Enns mündet, zu bieten hatte. Erst als es unmöglich war weiter zukommen, drehten wir um und rutschten zurück.
Aber auch dieser super Tag, (mit Wildalpen untypischer Sonne) hatte seine Schattenseiten: Unser Chefkoch Matthias musste uns verlassen.
Es war aus mit französischer Cuisine.
Paddler ohne Koch ist wie Kendo ohne Auftriebkörper, wie Kajak ohne Paddel, wie Floh ohne Durst, wie Thalita ohne Erdnussbutter, wie Nils ohne Gitarre, wie Bettina ohne Schrei. Eine Katastrophe also!!!!!
So wurde schnell gehandelt und ein Ersatzkoch ernannt, der allerdings zur Essenmachzeit mit einigen anderen den Hinterwildalpenbach (Das ist ein Bach bei dem sich Stufe an Stufe reiht) befuhr. Zu unserem Glück haben die Zurückgelassenen den Kühlschrank rechtzeitig gefunden und kurzerhand ein Essen gezaubert, das den allgemeinen Hunger stillen konnte.
Am nächsten Morgen weckte uns dann prasselnder Regen.
Da wir ja nicht aus Zucker sind, fuhren wir dennoch zum Einstieg, wo uns dann allerdings ein Gewitter überraschte. Wir suchten einen Unterstand und versuchten unsere Angst mit Singen zu überwinden. Den Sängern half das, den anderen ging es durch den schiefen Gesang eher schlechter. Doch endlich war das Donnern nicht mehr zu hören, die Sonne ließ sich wieder blicken und wir konnten in die Boote.
Auch wir pflegen Traditionen!
Es gibt auf der Salza eine Stelle an der Bettina immer schwimmt.
Mit Schrei!
Natürlich nur, weil es die Tradition verlangt.
Jedes mal, wenn sie diese Stelle passiert, greift eine Geisterhand nach ihr und kippt ihr Boot um. Wir vermuten einen verliebten Wassergeist hinter der Attacke.
Dieses Jahr war es auch nicht anders =).
Allerdings musste keiner Bettina zur Hilfe eilen. Aus eigener Kraft – oder mit Geisterhilfe – schwamm sie ins nächste Kehrwasser. Reife Leistung!
Das weckte unseren Ehrgeiz: Am letzten Tag wollten wir alle Wildwasserschwimmen lernen. Zu diesem Zweck gingen wir zur gefürchteten Campingplatzwalze (an der diesmal keiner umkippte!!) und schwammen dort hin und her über den Fluss.
Schwimmen sieht aus dem Boot heraus immer so einfach aus, die Strömung eher schwach und die Steine leicht umfahrbar, doch wenn man selbst im Wasser ist und plötzlich 10 Meter weiter unten herauskommt, als man geplant hatte, weiß man das Boot erst zu schätzen =).
Die neu erworbene Schwimmtechnik wurde dann zum Abschluss des Tages Flo zum Verhängnis. Flo hatte sich als einziger erfolgreich ums Schwimmen gedrückt und so den Zorn der Paddler auf sich gezogen, die ins kalte Wasser springen mussten.
Er merkte erst zu spät, dass einer nach dem anderen ins Wasser sprang und auf ihn und sein Boot zuhielt.....
Muss ich erwähnen, dass er keine Chance hatte? Dass er so nass wie alle anderen wurde? Ich denke nicht =).
Und wieder geht eine schöne Fahrt zu Ende und wir machten uns für die Heimfahrt klar. Wem gehört dieses Handtuch? Hat jemand meine Socken gesehen? Wo ist meine Taschenlampe? Dann ab in die Autos und auf mehr oder weniger direktem Weg nach Hause. Wie jedes Jahr war es eine super Fahrt, die alle gut überstanden haben, bis auf Sam, der immer noch versucht die in seinem Auto liegen gebliebenen Handtücher an die richtigen Leute zu verteilen
mareike
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